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Prof. Georg Burckhardt


Georg Burckhardt wurde am 05.01.1539 in Wettelsheim geboren. Seinen ersten Unterricht erhielt er bei seinem Onkel Widmann, der Pfarrer in Langenzenn war. Aus Schutz vor Krieg und Pest wurde er dorthin verschickt. 6 Monate später besuchte Georg Burckhardt die Lateinschule in Windesheim. Es war für ihn keine einfache Zeit. Sein Vater fiel im gleichen Jahr vor Ingolstadt. Nach Ochsenfurt kam er, als er 1548 wieder dem Kriegsgeschehen entwich und bei seinem Onkel, dem Stadtvogt von Ochsenfurt Johannes Burckhardt, Kost und Logis erhielt. Nachdem er wieder zu seinem Onkel Widmann kam und Georg in Crailsheim nicht mehr gefördert werden konnte, kommt Burckhardt 1556 nach Stuttgart zu einem Pädagogen namens Wacker. Sein Onkel stirbt und er wird mittellos. Aus diesem Grund bezieht er eine Erzieherstelle, bei der er so viel verdient, dass er sich am 03.11.1557 mit 18 Jahren an der Universität Tübingen (siehe Bild unten) immatrikuliert. Drei Jahre später erhält er die Magisterwürde. Da er keinen Sponsor in der Familie hatte, musste er aus finanziellen Gründen wieder nach Stuttgart gehen, um bei Herzog Christoph eine Lehrtätigkeit an der Stuttgarter Lateinschule anzunehmen.

Verheiratet war Georg Burckhardt mit der aus Weißenburg i. Bay. stammenden Anna Kerbel, die die Tochter eines Apothekers war. Zur Hochzeit am 03.12.1560 war sie bereits Waise, jedoch begütert.

In Tübingen nahmen sie junge Menschen bei sich als zahlende Kostgänger auf. Georg Burckhardt unterrichtete sie in humanistischen und philosophischen Fächern. Nebenbei studierte er selbst Jura. Im Jahre 1562 wurde er Professor der lateinischen Sprache. Ungern gab Burckhardt seine Lehrtätigkeit in Tübingen auf, als 1575 ihn der Senat der Stadt Rothenburg ob der Tauber als Rektor an die dortige Lateinschule berief. Seine Bedingung war, dass sein Wirken in Rothenburg ob der Tauber auf drei Jahre begrenzt wurde. Planmäßig kehrte er 1578 wieder mit seiner Familie nach Tübingen zurück und wurde dort Professor für Dialektik, bis 1585 sogar auch Professor für Rhetorik und Logik. Er wurde 1585 erstmals Dekan der Philosophischen Fakultät. In den Jahren 1588, 1594, 1601 und 1607 bekleidete er dieses Amt abermals. Seine Frau starb 1591, von der er 18 Kinder geschenkt bekam, von denen 9 im frühen Alter starben. Er heiratete 1592 die Witwe eines Pfarrers. Magdalena Frick schenkte ihm 5 Kinder, von denen drei das Erwachsenenalter ereichten. Im Jahre 1604 wurde er Rektor der Universität Tübingen. Nur 3 Jahre später, mit 68 Jahren, starb Georg Burckhardt am während eines Kuraufenthaltes in Wildbad an der Ruhr. Er wurde unter großen Ehren in Tübingen beigesetzt.

Das ehemalige Wohnhaus Burckhardts in der Haaggasse 19 in Tübingen existiert noch heute.

Georg Burckhardt ist, laut genealogischem Begriff für 13x Ur-Großvater, mein Ahnenurgroßvater.

Bildnachweis (Portrait):

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